Kommen und gehen ...

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Hallo Leute!

Wieder einmal ist es ein trauriger Anlass aus dem ich mich heute wieder an euch wende:
Cao Ti ist am Freitag, dem 2. November im Alter von knapp sechs Jahren von uns gegangen. Keiner von uns, Menschen und Katzen, ahnte, wie schwer krank sie war. Sie hatte eine Krankheit, die ihr Menschen als "Leukämie" bezeichnet. Uns fiel nur auf, daß sie immer sehr müde war und sehr viel schlief. Wolfgang und Silvia ließen daraufhin einen Bluttest machen, der ergab, daß sie diese tödliche Krankheit hatte; leider schon in einem sehr späten Stadium, so daß sie nicht mehr behandelbar war. Auf dem Weg zum Tierarzt schlief sie dann für immer ein.

Cao Ti war immer ein sehr fröhliches Wesen, stets sehr vornehm und elegant und dabei freundlich und zärtlich und fast nie zickig. Jeder der sie kannte war verzaubert, nicht zuletzt von ihren wunderschönen blauen Augen, tiefblau und kristallklar, wie ein stiller Bergsee.

Cao Ti, Dein Gehen reißt eine tiefe, schmerzende Wunde in unsere Familie. Katzen wie Menschen trauern um Dich. Eines Tages sehen wir uns wieder, im Land an der Regenbogenbrücke.

Unter diesem Vorzeichen will mich die Nachricht, daß ich bald zum vierten mal Großmutter werde, gar nicht so fröhlich stimmen. Meine Tochter Amber hatte erst kürzlich ein Rendezvous mit unserem Jungkater Elias. Seit letztem Freitag ist es Gewissheit: Amber trägt die Babys von Elias in Ihrem Bauch. Kurz vor Weihnachten werden die Kleinen das Licht der Welt erblicken. Irgendwie bin ich stolz auf meine Kleine: sie hat nicht wenigen Kätzchen das Leben geschenkt und hatte immer nur Partner von bester Herkunft. Dies ist ein Anlaß, um mal über sich selbst nachzudenken. Ich habe zwölf Kinder, fünf Enkelkinder und sechs Urenkel, und bin dabei gerade mal fünf Jahre alt. Soll ich mir darauf etwas einbilden? Nein, es ist meine Bestimmung, diese Welt mit meinen Nachfahren zu bevölkern, auf daß sie den guten Menschen unter euch viel Freude bringen und ich habe Freude daran, genau so wie auch meine Tochter.

Leben und Tod - wie nahe sie doch beisammen sind. Wolfgang sagt, das Leben ist ein ständiges Kommen und Gehen, man weiß nie, wann es Zeit für einen selbst ist, zu gehen. Darum gedenkt der Toten, achtet das Leben und erfreut euch an jedem Tag, den euch die Vorsehung schenkt.

Heute verabschiede ich mich von euch mit einem lachenden und einem weinenden Auge,
alles Liebe,

euere Hexe

 

Nachtrag: Es war vergangenen Freitag Abend, als einen nette, aber mir unbekannte Dame zu uns kam. Wie ich später erfuhr, ist sie von einer Tierbestattung, und hat die sterblichen Überreste von Cao Ti zurück gebracht, einen kleinen Beutel mit Asche. Wolfgang und Silvia haben den toten Körper von Cao Ti einäschern lassen.

Cao Ti ist wieder zu Hause.